
„kalkweiss“ von Gesina Stärz
Es sind nur noch zwei Tage bis zu den Sommerferien. Die soll ihr Sohn David
im Trainingscamp der Skinationalmannschaft in Chile verbringen. Diane hat
schon lange keine Kontrolle mehr über ihren fast erwachsenen Sohn. Genau
genommen war er als Baby bereits ein forderndes, durchsetzungsstarkes, aber
auch sensibles Kind, das sie allein in einem alten Haus im bayrischen
Oberland grosszog.
Diane sorgte dafür, dass er sich im Sport austoben konnte, und versuchte
seine Energie zu lenken. Dennoch, zwei Tage vor den Sommerferien verliert
sie die Kontrolle. Sie weiss, kein Gericht dieser Welt kann eine grössere
Strafe verhängen als die, die sie durch das Leben erfährt: einen unermesslichen
seelischen Schmerz. Ihr bleibt nur eines: Die Sommerferien, da David keiner
vermissen wird, darüber nachzudenken, wie es geschehen konnte. Äusserlich
führt sie ihr Leben weiter, als Architektin und Geliebte des Bauunternehmers
Henning Kranz, als Nachbarin von Amelie, als Tochter von Ekkeland – und doch
zieht sich der Kreis des Misstrauens immer enger um sie.
Erst zwei Jahre später ist sie in der Lage, ihr Schweigen zu brechen und über
die Ereignisse jenes Sommers zu berichten. Alles läuft erneut vor ihr ab, als
geschehe es im Augenblick.
Über die Autorin:
Gesina Stärz geboren 1964 in Frankenberg/Sachsen, lebt in Dietramszell
in der Nähe von München. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft,
Markt- und Werbepsychologie. Seit 1996 ist sie als freie Autorin, Werbetexterin
und Journalistin tätig.
Über das Buch gibt es auch einen interessanten Artikel aus der SZ vom 28.08.2011.
Wir danken Gesina Stärz für ihre interessante Lesung und die sich daran
anschließende spannende Diskussion, warum Autoren und Autorinnen Grenzen
überschreiten dürfen.
Wir wünschen Gesina Stärz viel Erfolg mit ihrem Buch!
Mit freundlicher Unterstützung
