Orangen und Engel

Ode an die Krake | Orangen und Engel | Ruhm

Juli 2010

„Orangen und Engel“ von Ingo Schulze

Über das Buch

„Der Ich-Erzähler, der offenbar wert darauf legt, einem deutschen Stipendiaten der Villa Massimo ähnlich zu sein, berichtet von Rom, von den Ausflügen und Reisen nach Neapel, Apulien und Sizilien. Doch man kann nicht von Tempeln, Kirchen, Fresken und Bildern schwärmen, ohne dass illegale Einwanderer, Prostituierte und Touristen mit in den Blick geraten. Vor dem Hintergrund mythischer Landschaften und antiker Ruinen gewinnen die alltäglich-unalltäglichen Erlebnisse, die Ingo Schulze in diesen Geschichten beschreibt, etwas Exemplarisches und bleiben zugleich vage und ambivalent. Das Heute wird durchlässig für die Schichten der Vergangenheit, auf denen wir uns bewegen. Diese Verknüpfungen gelingen so großartig, dass uns die AS-Roma-Hose, die für eine bessere Behandlung im Krankenhaus sorgt, ebenso in Erinnerung bleiben wird wie ein in Liebe zum Erzähler geratener Oktopus, ein rumänischer Gelegenheitsarbeiter vor dem Supermarkt, der wie in tausendundeiner Nacht fabuliert und doch zum Richter für den Erzähler wird, oder der gegen das ergessen kämpfende Signor Candy Man, den die Liebe zu einer Frau einst in den Osten geführt hatte.“

Buchvorstellung

im Rahmen des MDR Figaro-Lesecafé vom 25.05.2010
Ingo Schulze im Gespräch mit FIGARO-Literaturredakteur Michael Hametner

Fotografien von Matthias Hoch

aus Ingo Schulz „Orangen und Engel